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Wie wird aus Altöl wieder Grundöl?
Wenn ein Motoröl nach 10.000 Kilometern schwarz ist, heißt das nicht, dass das Öl „verbraucht“ ist. Der Trägeranteil — das Grundöl — bleibt weitgehend gleich; verbraucht sind die Additive: Detergentien, Antioxidantien, Verschleißschutz. Raffination heißt, diese Additivreste und Verunreinigungen zu entfernen und das Grundöl zurückzubehalten.
Was in Altöl steckt
Ein gebrauchtes Mineralöl enthält typischerweise: Grundöl (den größten Gewichtsanteil), verbrauchte Additivreste, Verbrennungsruß, Metallpartikel aus Verschleiß, Wasser, leichte Kohlenwasserstoffe wie Kraftstoffeintrag und von außen eingetragenen Staub.
Jeder Bestandteil wird anders abgetrennt — und die Reihenfolge zählt.
Verfahrensschritte
Absetzen. Das angelieferte Öl steht. Schwere Partikel und freies Wasser sinken ab. Ein günstiger, energiefreier Schritt; wird er übersprungen, wird alles Folgende schwerer.
Entwässerung. Kontrollierte Erwärmung entfernt Wasser und Leichtsieder. Wasser muss zuerst weg, weil es in der Kolonne schlagartig verdampft und zu Schaum und Übertrag führt.
Vakuumdestillation. Niedrigerer Druck senkt den Siedepunkt, sodass sich das Öl ohne Hitzeschädigung fraktionieren lässt. Fraktionen unterschiedlicher Viskosität werden getrennt erfasst.
Aufbereitung. Verbliebene polare Verbindungen und Farbträger werden an Bleicherde oder ähnlichem Adsorbens gebunden. Manche Anlagen nutzen stattdessen Wasserstoffbehandlung.
Analyse und Verschnitt. Viskosität, Flammpunkt, Wasser und Säurezahl des Austrags werden gemessen. Das Ergebnis bestimmt die Eignung des Produkts.
Warum Vermischung so wichtig ist
Raffination beruht darauf, Nicht-Öl vom Öl zu trennen. Gelangen Frostschutz, Bremsflüssigkeit, Lösemittel oder eine Öl-Wasser-Emulsion hinein, wird diese Trennung schwierig; teils wird die ganze Charge nicht mehr raffinierbar und muss energetisch verwertet werden.
Praktisch heißt das: Eine Person, die Frostschutz ins Ölfass kippt, kann den Wert von 200 Litern auf null setzen. Deshalb gehören Fässer gekennzeichnet, und es muss klar sein, wer was einfüllt.
In Zahlen
Grob liefert eine Tonne Altöl geeigneter Kategorie etwa 600–700 kg Grundöl; der Rest sind Leichtfraktionen, Wasser und Sediment. Wird dasselbe Öl verbrannt, bleibt außer Energie nichts.