Leitfaden
Wie richtet man im Werk eine Abfalltrennfläche ein?
In den meisten Werken hängt der Erfolg der Abfallwirtschaft davon ab, wie eine einzige Fläche angelegt wurde: die Zwischenlagerfläche. Ist sie richtig eingerichtet, läuft die Trennung von selbst; ist sie falsch angelegt, hält keine Schulung das System am Leben.
Standortwahl
Zufahrt. Die Fläche muss dort liegen, wo das Sammelfahrzeug heranfahren kann. Ein Platz, zu dem 40 Meter von Hand getragen werden muss, wird nach dem ersten Monat nicht mehr genutzt.
Nähe zur Produktion. Liegt die Fläche weit vom Entstehungsort, heißt es schnell „ich stelle es erstmal hierhin“ — Zwischenstapel entstehen.
Abgegrenzt und definiert. Die Fläche muss physisch von anderer Lagerung getrennt sein; die Grenze durch Linie, Barriere oder Wand markiert.
Boden und Überdachung
Werden gefährliche Abfälle gelagert, muss der Boden dicht sein und eine Schwelle oder Rinne die Ausbreitung stoppen. Flüssige Abfälle brauchen eine Auffangvorrichtung — wohin die Flüssigkeit fließt, wenn ein Fass kippt, muss vorher feststehen.
Ein Dach zählt aus zwei Gründen: Regenwasser im Kontakt mit Abfall wird zum eigenen, belasteten Abfallstrom, und von Karton bis Kunststoff verliert alles nass an Wert.
Trennung und Kennzeichnung
Für jede Abfallart ein eigener, verschließbarer, gekennzeichneter Behälter. Auf dem Etikett: Abfallbezeichnung, Abfallschlüssel, Gefahrenkennzeichen (falls zutreffend) und Datum des Sammelbeginns.
Unverträgliche Abfälle gehören in getrennte Bereiche — Säure nicht neben Lauge, Oxidationsmittel nicht neben Brennbares.
Zeiten verfolgen
Für Standdauer und Menge in der Zwischenlagerung gelten Grenzen. Am praktischsten verfolgt man das, indem auf jeden Behälter das Startdatum geschrieben wird. Dann beantwortet ein Blick die Frage „wie lange steht das schon hier“.
Sicherheitsausstattung
Auf der Fläche gehören: passender Feuerlöscher, Bindemittel (Granulat, Matten oder Sägemehl), Schaufel und Auffangbehälter, PSA sowie eine schriftliche Anweisung für den Verschüttungsfall.
Die drei häufigsten Prüfbefunde
- Behälter ohne Kennzeichnung oder ohne Abfallschlüssel
- Gefährlicher Abfall unabgedeckt im Freien
- Nicht dichter Boden oder flüssiger Abfall ohne Auffangvorrichtung
Alle drei lassen sich beim Einrichten lösen — später sind sie schwierig und teuer.